Coceral Juni 2026: Weizenprognose für EU und UK etwas angehoben und die für Mais gesenkt

EU und UK: Ernten kleiner als 2025 - Weizen 4,7%, Gerste 7,8% und Mais 0,5% weniger
In der dritten Prognose für die Ernten 2026 in der EU und dem Vereinigten Königreich (UK) vom 10. Juni hebt der EU-Getreidehandelsverband Coceral die Schätzung für Weizen sowie Raps leicht an und senkt die Für Gerste und Mais. Mit Ausnahme eines hauchzarten Plus in der Rapsproduktion sollen die Ernteergebnisse unter denen des Vorjahres bleiben - bei Weizen (ohne Durum) um minus 4,7%, mit Erträgen aber nahe am Durchschnitt, Gerste um minus 7,8% und Mais trotz Erholung der Hektarerträge bei jedoch deutlich eingeschränkter Anbaufläche um minus 0,5%. Österreichs Hektarerträge von Weich- und Hartweizen, Sommergerste, Roggen, Hafer sowie Raps sollen leicht unter dem fünfjährigen Durchschnitt zu liegen kommen. Jene von Mais, Gerste insgesamt, Sonnenblumen und Sojabohnen sollen leicht darüber ausfallen.
Coceral senkt in seiner Juni-Prognose für die Ernten 2026 in der EU-27 und im Vereinigten Königreich (UK) gegenüber der zweiten Prognose vom März die gesamte Getreideproduktion um 3,3 Mio. t von 298,8 Mio. t auf 295,5 Mio. t. Das sind um 15,8 Mio. t oder 5,1% weniger als die 311,3 Mio. t des Vorjahres. An Weizen (ohne Durum) erwartet der Verband mit 143,7 Mio. t nunmehr um 1,1 Mio. t mehr als im März (142,6 Mio.t). Dies sind jedoch um 7,1 Mio. t oder 4,7% weniger als 2025. Die Hektarerträge würden in den meisten Teilen der EU unter die Ausnahme-Level des Vorjahres aber auch nicht unter den Durchschnitt zurückfallen. Die Hitzewelle in Frankreich habe keine Minderung des Ertragspotenzials zur Folge, der Balkan erwarte sogar neuerlich außergewöhnlich hohe Wintergetreide-Erträge, und auch in Deutschland seien die Aufwuchsbedingungen gut.

Maisanbau in der EU über das letzte Jahrzehnt um mehr als 15% eingeschränkt

Zwar sollen sich die Maiserträge sollen sich zwar von den Dürrefolgen des Vorjahres erholen, doch wären viele Landwirte in der EU und dem UK nach der Enttäuschung 2025 bei den Sommerungen wie erwartet auf andere Kulturen wie Sonnenblumen umgestiegen. So schrumpfe die Maisfläche im Jahresabstand um 0,6 Mio. h auf 7,8 Mio. ha. Dieser Flächenrückgang betrifft alleine die EU-27, das im UK kein Maisanbau stattfindet. Über die letzten zehn Jahre sei der Maisanbau sogar um mehr als 15% eingeschränkt worden. Die Maisproduktion 2026 verfehle mit 57,2 Mio. t das Vorjahresergebnis um 0,6 Mio. t, und gegenüber dem März nimmt Coceral die Maisernte um 3,0 Mio. t zurück.
 
Die Gerstenproduktion wird gegenüber März um 0,5 Mio. t niedriger auf 58,8 Mio. t und deutlich - um 5,0 Mio. t beziehungsweise 7,8% - kleiner als im Vorjahr geschätzt. Sie soll sich in Spanien wieder normalisieren.

EU- und UK erwarten 2026 trotz schwächerer Erträge eine Spur mehr Raps als 2025

Die Rapsproduktion von EU und UK erwartet der Verband bei 21,5 Mio. t - um 0,4 Mio. t mehr als im März und um 0,1 Mio. t mehr als 2025. Dabei gleiche eine Ausdehnung des Anbaus von 6,4 auf 6,8 Mio. ha die Rückkehr der Erträge von den starken Vorjahreswerten auf ein Normalmaß aus.

EU-27: kleinere Getreide-, Raps- und Sojabohnenernten - nur Sonnenblumen legen zu

In der EU-27 alleine soll die Produktion von Weichweizen auf annähernd gleich großer Fläche gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Mio. t oder 6,3% auf 130,1 Mio. t zurückgehen und die von Gerste um 4,6 Mio. t auf 52,8 Mio. t - davon alleine jene von Sommergerste um 3,6 Mio. t auf 21,3 Mio. t. Um 0,6 Mio.t kleiner als im Vorjahr soll demnach die Ernte von Mais mit 57,2 Mio. t und um 0,1 Mio. t die Roggen mit 7,5 Mio. t ausfallen. Die gesamte Getreideproduktion der Union fällt im Jahresvergleich von 291,9 Mio. t um 17,0 Mio. t oder 5,8% auf 274,9 Mio. t ab.
 
Die Rapsernte der EU-27 soll trotz Flächenausweitung aber wegen kleinerer Hektarerträge 20,47 Mio. t nach 20,49 Mio. t vor einem Jahr erreichen. Dementgegen soll die Erzeugung von Sonnenblumenkernen von 8,68 auf 9,99 Mio. t zulegen, die von Sojabohnen aber von 3,06 auf 2,97 Mio. t stagnieren.

Österreich: Weniger Getreide, Raps und Sojabohnen als 2025 - nur Ernte von Sonnenblumen steigt

Österreichs Weichweizenproduktion wird 2026 auf einer um 2.000 ha oder 0,8% kleineren Anbaufläche und 4,6 dt oder 7,3% geringerem Hektarertrag von 58 dt auf 1,47 Mio. t geschätzt - um 130.000 t oder 8,1% weniger als 2025. Ein Minus zum Vorjahr steht auch vor den Ernteprognosen aller anderen heimischen Getreidekulturen: minus 8,6% bei der Gerste insgesamt (738.000 t), davon bei der Sommergerste minus 21,4% (99.000 t), minus 5,2% beim Mais (2,30 Mio. t), minus 2,8% bei Roggen (138.000 t), minus 17,3% bei Hafer (67.000 t). minus 9,5% bei Sorghum und Mischgetreide (67.000 t) und minus 11,3% bei Triticale (259.000 t). Insgesamt sollen Österreichs Landwirte auf unverändert 729.000 ha Ackerland 5,15 Mio. t Getreide nach 5,67 Mio. t voriges Jahr (-413.000 t, bzw. -7,4%) einbringen können.
 
Bei den Ölsaaten weiteten die heimischen Produzenten nach Jahren des Rückgangs die Anbaufläche von Raps um 1.000 h auf 21.000 ha aus und sollten bei schwächeren, unterdurchschnittlichen Hektarerträgen (29 dt nach 32,7 dt) 61.000 t Raps (-3.000 t bzw. -4,7%) erzeugen. Es werden auch um 6.000 ha (32.000 ha) mehr Sonnenblumen gepflanzt. Bei ebenfalls schwächeren Erträgen (27 dt/ha nach 29,6 dt) soll die Ernte von Sonnenblumenkernen gegenüber dem Vorjahr um 8.000 t oder 10,3% auf 86.000 t gesteigert werden. Um 3.000 h rückläufig ist hingegen die Sojabohnenfläche von 83.000 ha. Zusammen mit niedrigerem Ertrag (30 dt nach 31,7 dt/ha) sollten 249.000 t Sojabohnenernte (-22.000 t bzw. -8,1%) zustande kommen.

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