WASDE Juni 2026: Trotz leichter Anhebung der Endlager 2026/27 Bestandsabbau

Endlager von Weizen Mais und Getreide 2025/26 angehoben - EU baut in euer Saison 13,3% an Weizenlagern ab
Das USDA hebt in der zweiten Prognose für 2026/27 die globalen Endlager von Weizen, Mais, Getreide insgesamt sowie Sojabohnen gegenüber Mai um jeweils eine Spur an. Die Ernten mit Ausnahme von Sojabohnen fallen kleiner als im Vorjahr aus, werden aber etwas größer als vor Monatsfrist geschätzt. In Summe kommt es im neuen Wirtschaftsjahr quer durch alle Produkte zu einem Abbau der Endbestände - allen voran derer von Mais. Auch für das auslaufende 2025/26 setzt der Report die Produktion und Endbestände von Weizen, Mais und Getreide nochmals hinauf.
2026/27 werde die gesamte weltweite Getreideerzeugung um 59,01 Mio. t oder 2,0% auf 2952,37 Mio. t zurückgehen, der Verbrauch aber um 7,14 Mio. t oder den Hauch von 0,2% auf 2982,57 Mio. t zulegen. Es komme damit zum Abbau der Endbestände um 30,20 Mio. t beziehungsweise 3,7% auf 780,59 Mio. t. Der Endlageranteil am Verbrauch (stock to use) sinkt über das Jahr von 27,25% auf 26,17%. Ein Minus im Jahresabstand soll auch das Welthandelsvolumen erfahren: Es soll von 552,43 Mio. t auf 524,91 Mio. t - das sind 5,0% - schrumpfen.

WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Juni 2026

2025/26
vorl.
25/26 zu
Vormonat
2026/27
Prognose
26/27 zu
Vormonat
26/27
zu 25/26
Weizen
Ernte 844,36 +0,52 820,06 +1,00 -24,30
Angebot 1.103,88 +1,15 1.100,01 +1,74 -3,87
Verbrauch 823,94 +0,42 824,59 +1,36 +0,65
Endbestand 279,95 +0,74 275,42 +0,38 -4,53
Bestand
zu Vorjahr
+20,42 +0,10 -4,53 +0,36 -15,89
Ratio stock/use 33,98% +0,07% 33,40% -0,01% -0,58%
Mais
Ernte 1.326,67 +13,99 1.300,38 +5,00 -26,29
Angebot 1.622,65 +15,17 1.603,74 +11,41 -18,91
Verbrauch 1.319,29 +8,76 1.322,52 +7,73 -1,03
Endbestand 303,36 +6,41 281,22 +3,68 -22,14
Bestand
zu Vorjahr
+7,38 +5,23 -22,14 +2,73 +14,76
Ratio stock/use 22,99% +0,34% 21,26% +0,15% -1,73%
Getreide gesamt
Ernte 3.011,38 +17,90 2.952,37 +6,84 -59,01
Angebot 3.786,22 +19,87 3.763,16 +13,27 -23,06
Verbrauch 2.975,43 +13,44 2.982,57 +9,64 +7,14
Endbestand 810,79 +6,43 780,59 +3,63 -30,20
Bestand
zu Vorjahr
+35,95 +4,46 -30,20 +2,80 -5,75
Ratio stock/use 27,25% +0,09% 26,17% +0,04% -1,08%
Sojabohnen
Ernte 429,20 +1,60 441,34 -0,20 +12,14
Angebot 555,20 +1,69 566,86 +0,19 +11,66
Verbrauch 427,95 +1,37 440,78 +0,09 +12,83
Endbestand 125,52 +0,39 124,88 +0,10 -0,64
Bestand
zu Vorjahr
-0,48 -0,30 -0,64 +0,29 +0,16
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 11. Juni 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 12. Mai 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 10. Juli 2026.

Regional unterschiedliche und geringfügige Änderungen an Weizenbilanzen

In der Weizenprognose für 2026/27 revidiert das USDA die Endlager gegenüber Mai um gerade einmal 0,38 Mio. t oder um 0,01% des Verbrauchs auf 275,42 Mio. t hinauf. Zum einen steigen die Ernteprognose um 1,0 Mio.t auf 820,06 Mio. t - minus 24,30 Mio. t oder 2,9% zum Vorjahr - und die Überlager aus 2025/26 um 0,74 Mio. t und wird die Verbrauchsschätzung nur um 1,36 Mio. t hinaufgesetzt. Das USDA setzt in der globalen Weizenbilanz 2026/27 aber dennoch einen Bestandsabbau um 4,53 Mio. t oder um 0,58% des Verbrauchs an.
 
Die Korrekturen an den Weizenbilanzen fallen regional unterschiedlich aus: So steigen im Monatsabstand die Ernteprognosen für Russland (88,00 Mio. t, +2,00 Mio. t zum Mai und -2,30 Mio. t zum Vorjahr), die Türkei (Rekord von 22,5 Mio. t, +1,5 Mio. t zum Mai) und die Ukraine (23,50 Mio. t, +0,50 Mio. t zum Mai und -0,60 Mio. t zum Vorjahr) und sinken die für Australien (28,00 Mio. t, -2,00 Mio. t zum Mai und -7,99 Mio. t zum Vorjahr). Die US-Ernteerwartung wird um 0,48 Mio. t auf 42,01 Mio. t (-8,00 Mio. t zum Vorjahr) zusammengestrichen. Da alle anderen Prognosewerte für den US-Weizen gleich bleiben, sinkt die Endlagerschätzung um 0,49 Mio. t auf 20,25 Mio. t. Trotz 5,19 Mio. t oder 20,4% Lagerabbau bleiben die USA aber im Vergleich zu den anderen Exporteuren hohen 39,7% stock to use an Weizenlagern sitzen (siehe Tabelle unten "Weizen 06-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve").

EU-Weizenbilanz unverändert - 2026/27 sollen 13,3% Lagerabbau kommen

Unverändert bleibt es für die EU bei 136,00 Mio. t Weizenerzeugung (-9,11 Mio. t zum Vorjahr) und allen anderen Parametern. Es resultiert 2026/27 gleich wie im Mai ein Endlagerstand von 14,63 Mio. t - ein Abbau im Jahresvergleich um 2,25 Mio. t oder 13,3% auf 10,1% des Verbrauchs. Außer in Russland und der Ukraine kommt es tendenziell bei den Exporteuren sowie in China zum Abbau der Weizenendbestände. Bei den Exporteuren ohne die USA (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland und Ukraine) bauen sich die Weizenlager um 6,35 Mio. t ab, bei den Importeuren nehmen sie um 1,38 Mio. t zu.

Weizen 06-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve

WJ 2026/27 Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 824,6 275,4 33,4% 100,0%
China 149,0 120,9 81,1% 43,9%
Welt
ohne China
887,6 154,6 17,4% 56,1%
Exporteure 412,3 62,5 15,2% 22,7%
USA 51,0 20,3 39,7% 7,4%
Quelle: Prognose Wirtschaftsjahr 2026/27, WASDE vom 11. Juni 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export, Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA. Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle miteinberechnet.

Globale Maisernten und Endlager 2026/27 angehoben - aber auch hier Lagerabbau

Stärker als beim Weizen - um 5,00 Mio. t auf 1.300,38 Mio. t - hebt das USDA seine Prognose der globalen Maiserzeugung 2026/27 sowie der Maisendlager - um 3,68 Mio. t auf 281,22 Mio. t oder 21,26% des Verbrauchs an. Es bleiben aber dennoch 22,14 Mio. t Lagerabbau. Während die Maisprognose für die USA gegenüber Mai nahezu unverändert ist, steigt Indiens Maisprognose wegen einer größer als bisher angenommenen. Zudem nimmt der Markt gegenüber Mai um 6,41 Mio. t gegenüber der bisherigen Annahme größere Anfangsbestände aus 2025/26 - vor allem aus Exportnationen wie Brasilien, Argentinien und Südafrika - ins neue Wirtschaftsjahr mit.
 
Keinerlei Änderungen gegenüber Mai nimmt der Report an der Maisprognose 2026/27 für die EU vor. Die Ernte steigt zum Vorjahr um 0,70 Mio. t auf 57,50 Mio. t, der Import um 1,00 Mio. t auf 19,50 Mio. t, der Verbrauch um 0,60 Mio. t auf 74,80 Mio. t sowie der Endbestand um 0,30 Mio. t auf 5,38 Mio. t oder 7,0% stock to use. In der Reihe der potenziellen Lieferanten hat die Ukraine unverändert zum Vormonat 13,00 Mio. t Potenzial für die Maisausfuhr, das ist um 1,00 Mio. t mehr als 2025/26.

Kaum Änderungen bei ganz leicht negativer Sojabohnenbilanz

Auch die Sojabohnenbilanz der USA belässt das Ressort in Washington gegenüber Mai unverändert, wobei auch an der globalen Bilanz nur minimal an den Stellschrauben gedreht wird. Der Verbrauch 2026/27 soll im Jahresabstand eine Spur stärker als die Produktion zulegen, sodass ein neuerlicher geringfügiger Lagerabbau um 0,64 Mio. t unter dem Strich steht.

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