WASDE Oktober 2026: Anstieg der US-Maislager über Erwarten treibt globale Endlager in die Höhe
Weizen: Endlager etwas gesenkt - Russland und USA exportieren weniger - EU-Weizen- und Maisernte gekürzt
Die markanteste Änderung an den monatlichen Bilanzschätzungen nimmt der Oktober-WASDE-Report mit einer über Erwarten starken Anhebung der globalen Maisendlager um 8,3 Mio. t vor, wobei 7,2 Mio. t mehr Endbestand auf das Konto der USA und 1,0 Mio. auf das Argentiniens gehen. Es steigen nicht nur die US-Anfangsbestände, sondern auch die Erträge der Maisernte in den USA. Dementgegen kürzt des USDA die Weizen- und vor allem Maisernte der EU. Wegen abgeschwächter Prognosen für den Weizenexport der USA und Russlands werden dort die Endlager angehoben, weltweit aber eine Spur gesenkt. Global wird zum September der Lagerabbau bei Weizen stärker und bei Mais schwächer.
Keine allzu groben Änderungen im Vergleich zum Vormonat erfahren die gesamte weltweite Getreideerzeugung 2026/27 (+0,17 Mio. t, 2.94,3 Mio. t, -74,5 Mio. t zum Vorjahr) und der Verbrauch (-1,05 Mio. t, 2.980,7Mio. t, +9,9 Mio. t zum Vorjahr). Es steigt aber vor allem wegen angehobener Überlager aus 2025/26 das Angebot um 8,5 Mio. t (3.768,5 Mio. t, -26,4 Mio. t zum Vorjahr) und somit die Endlagerprognose um 9,5 Mio. t (787,4 Mio. t.). Allein die USA nehmen um 8,3 Mio. t mehr Futtergetreide aus der vorigen Saison mit als vor einem Monat angenommen. Die globalen Getreideendlager schmelzen nunmehr zum Vorjahr um 36,36 Mio. t oder 4,5% ab - nach 37,57 Mio. t laut Vormonatsprognose. Der Anteil am Verbrauch (stock to use) beträgt 26,4% nach 27,7% im Jahr davor.
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Oktober 2026
| 2025/26 vorl. |
2026/27 Prognose |
26/27 zu Vormonat |
26/27 zu 25/26 |
|
| Weizen | ||||
| Ernte | 844,06 | 822,39 | -0,04 | -21,67 |
| Angebot | 1.104,45 | 1.103,94 | +0,90 | -0,51 |
| Verbrauch | 822,90 | 827,90 | +1,15 | +5,00 |
| Endbestand | 281,55 | 276,04 | -0,25 | -5,51 |
| Bestand zu Vorjahr |
+21,15 | -5,51 | +1,20 | -15,64 |
| Ratio stock/use | 34,21% | 33,34% | -0,08% | -0,87% |
| Mais | ||||
| Ernte | 1.330,62 | 1.293,75 | +2,80 | -36,87 |
| Angebot | 1.626,26 | 1.600,91 | +8,58 | -25,35 |
| Verbrauch | 1.319,10 | 1.320,47 | +0,24 | +1,37 |
| Endbestand | 307,16 | 280,44 | +8,34 | -26,72 |
| Bestand zu Vorjahr |
+11,52 | -26,72 | -2,56 | +15,20 |
| Ratio stock/use | 23,29% | 21,24% | +0,63% | -2,05% |
| Getreide gesamt | ||||
| Ernte | 3.018,84 | 2.944,32 | +0,17 | -74,52 |
| Angebot | 3.794,89 | 3.768,52 | +8,48 | -26,37 |
| Verbrauch | 2.970,69 | 2.980,67 | -1,05 | +9,98 |
| Endbestand | 824,20 | 787,84 | +9,52 | -36,36 |
| Bestand zu Vorjahr |
+48,15 | -36,36 | -1,21 | -11,79 |
| Ratio stock/use | 27,74% | 26,43% | +0,33% | -1,31% |
| Sojabohnen | ||||
| Ernte | 429,19 | 442,70 | +0,35 | +13,51 |
| Angebot | 555,16 | 567,63 | +0,01 | +12,47 |
| Verbrauch | 432,33 | 442,18 | -0,26 | +9,85 |
| Endbestand | 124,93 | 124,28 | +0,26 | -0,65 |
| Bestand zu Vorjahr |
-1,04 | -0,65 | -0,37 | -0,39 |
| Ratio stock/use | 28,90% | 28,11% | +0,08% | -0,79% |
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 9. Oktober 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 11. September 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 10. November 2026.
Weizen: Endlager weltweit trotz Erhöhung des Angebots gesenkt
In der globalen Weizenbilanz 2026/27 sinkt die Erzeugung um die Spur von 0,04 Mio. t (822,4 Mio. t, -21,7 Mio. t zum Vorjahr), steigt aber das Angebot wegen höherer Anfangsbestände Australiens (+0,75 Mio. t) und Bangladeschs (+0,2 Mio. t) um 0,9 Mio. t. In den Ernteprognosen heben einander Anhebungen für die USA (+0,08 Mio. t, 41,74 Mio. t, -12,40 Mio. t zum Vorjahr) und Kanada (+0,50 Mio. t, 36,50 Mio. t, -4,06 Mio. t zum Vorjahr) sowie die Türkei um 0,50 Mio. t (23,0 Mio. t) Senkungen für die EU (-0,80 Mio. t, 133,00 Mio. t, -12,14 Mio. t zum Vorjahr) vor allem in Deutschland sowie Brasilien und Japan weitgehend auf. Der Hof- und Futterverbrauch von Weizen der EU und Chinas wird um jeweils 1,0 Mio. t nach oben revidiert. Damit setzt das USDA den weltweiten Weizenverbrauch im Monatsabstand um 1,15 Mio. t hinauf (827,90 Mio. t, +5,00 Mio. t zum Vorjahr).
Das Minus in der Weizenbilanz weitet sich gegenüber September um 1,20 Mio. t auf 5,51 Mio. t Bestandsabbau aus. 276,04 Mio. t Weizenendlager (-0,25 Mio. t zum Vormonat) entsprechen 33,34% Anteil stock to use (-0,87% zum Vorjahr, -0,08% zum Vormonat). Es stehen Endlagersenkungen in der EU, China, Argentinien, Ägypten und einigen weiteren Ländern Anhebungen in Russland, Australien und den USA gegenüber.
Das Minus in der Weizenbilanz weitet sich gegenüber September um 1,20 Mio. t auf 5,51 Mio. t Bestandsabbau aus. 276,04 Mio. t Weizenendlager (-0,25 Mio. t zum Vormonat) entsprechen 33,34% Anteil stock to use (-0,87% zum Vorjahr, -0,08% zum Vormonat). Es stehen Endlagersenkungen in der EU, China, Argentinien, Ägypten und einigen weiteren Ländern Anhebungen in Russland, Australien und den USA gegenüber.
EU-Weizenernte und Endlager nach unten korrigiert - Lagerabbau auf 8,0% stock to use
Leichter, das heißt enger, sieht das USDA die Weizenbilanz der EU: Es senkt die Ernte um 0,80 Mio. t und hebt den Verbrauch um 1,00 Mio. t (115,75 Mio. t, +2,25 Mio. t zum Vorjahr) an und belässt die restlichen Parameter unverändert: Anfangsbestand 18,97 Mio. t (+7,20 Mio.t zum Jahr davor), Import 6,50 Mio. t (-0,78 Mio. t zum Vorjahr) und Export 31,00 Mio. t (-0,72 Mio. t zum Vorjahr). Somit sinkt die Endlagerprognose für die EU im Monatsabstand um 1,80 Mio. t auf 11,72 Mio.t, was 7,25 Mio. t oder 38,2% Abbau der Endbestände bedeutet. Es bleiben der Union lediglich 8,0% ihres Verbrauchs an Weizenreserve.
US-Weizenbilanz entgegen globalem Trend schwerer - Export stockt wegen Preisen
Der im Monatsabstand weltweit sowie in der EU etwas leichter gewordenen Weizenbilanz steht aber eine schwerere in den USA gegenüber: Der WASDE-Report hebt die US-Weizenernte um 0,08 Mio. t und den Verbrauch um 0,27 Mio. t (30,18 Mio. t, -0,87 Mio. t zum Vorjahr) an und senkt den Export um 0,68 Mio. t auf 20,41 Mio. t. Es heißt vom USDA, die hochwertigen Weizen Hard Red Winter (HRW) und Hard Red Spring (HRS) verkauften s sich wegen zu hoher Preise nicht gut: Das Ressort senkt deshalb auch die Prognose für die Erzeugerpreise für die US-Farmer in dieser Saison. Unter dem Strich werden die US-Weizenendbestände um 0,63 Mio. t auf 20,14 Mio. t nach oben korrigiert. Die Lager schmelzen damit weiterhin noch um 4,90 Mio. t oder 19,6% ab, sie bleiben aber - auch trotz der schwächsten Ernte seit 1970 - mit 39,8% sehr hoch und deutlich über dem globalen Wert und jenem der anderen Exporteure sowie der EU (siehe Tabelle unten "Weizen 10-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve").
Weizen 10-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| WJ 2026/27 | Verbrauch | Endlager | stock/use | Anteil an Endlager global |
| Welt | 827,9 | 276,0 | 33,3% | 100,0% |
| China | 150,0 | 119,2 | 79,5% | 43,2% |
| Welt ohne China |
886,9 | 156,8 | 17,7% | 56,8% |
| Exporteure | 413,2 | 70,6 | 17,1% | 25,6% |
| Exporteure ohneUSA |
362,6 | 50,5 | 13,9% | 18,3% |
| USA | 50,6 | 20,1 | 39,8% | 7,3% |
| EU | 145,8 | 11,7 | 8,0% | 4,2% |
Quelle: Prognose Wirtschaftsjahr 2026/27, WASDE vom 9. Oktober 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle miteinberechnet.
Russland: Export auf Fünfjahres-Tief gesenkt - Endlager angehoben - Ukraine-Export gleichbleibend
Eine Korrektur der Weizenausfuhr nach unten und der Endlager nach oben erfährt auch Russland - dies wegen der Kriegshandlungen und der Unterbrechung der Handelsschifffahrt am Schwarzen Meer: Während es bei 88,00 Mio. t Ernte (-2,30 Mio. t zum Vorjahr) bleibt, bricht der Export zum September um 3,00 Mio. t auf 40,00 Mio. t (-8,00 Mio. t zum Vorjahr) und den kleinsten Wert seit fünf Jahren ein. Damit steigt das Endlager um 3,00 Mio. t auf 19,09 Mio. t beziehungsweise 7,10 Mio. t oder 59,2% Bestandsaufbau. An der Prognose für den Weizenexport der Ukraine (12,50 Mio. t, -1,60 Mio. t zum Vorjahr) ändert WASDE wie auch an allen anderen bilanzposten des Landes nichts.
Anhebung der US-Bestände schlägt auf Weltmarkt von Mais noch stärker als auf den von Weizen durch
Noch stärker als beim Weizen schlägt die über Erwarten starke Korrektur der US-Ernte- und Maisendbestände nach oben auf die Bilanz des Maisweltmarkts durch. Das USDA hebt die Anfangsbestände der USA an Mais gegenüber September um 4,80 Mio. t (53,22 Mio. t, +13,82 Mio. t zum Jahr davor) an, insbesondere weil es den Eigenverbrauch der Saison 2025/26 um 6,18 Mio. t nach unten korrigieren muss. Es steigt aber zum Vormonat auch die Ernte um 5,95 Mio. t (407,28 Mio. t, -23,62 Mio. t zum Jahr davor) an, womit das Angebot binnen Monatsfrist um 10,35 Mio. t (460,50 Mio. t, -9,80 Mio. t zum Vorjahr) steigt. Eine Anhebung des Verbrauchs um 2,54 Mio. t (330,34 Mio. t, -0,44 Mio. t zum Vorjahr) und des Exports um 0,63 Mio. t (83,82 Mio. t, -3,29 Mio. t zum Vorjahr) reichen nicht aus, die Bilanz auszubalancieren: Die Endlagerprognose fällt gegenüber dem Vorbericht um 7,18 Mio. t (46,97 Mio. t) höher aus. Die 6,25 Mio. t Lagerabbau von US-Mais sind nun um 2,78 Mio. t weniger als vor einem Monat geglaubt. Auch die Prognose für die Mais-Erzeugerpreise der US-Farmer sinkt.
Globale Maisendlager wegen USA angehoben -- dennoch weiterhin Lagerabbau
Da die Maiserzeugung außerhalb der USA hinunterrevidiert wird, steigt die Prognose für die weltweite Erzeugung zum Vormonat nur um 2,80 Mio. t (1.293,75 Mio. t, -36,87 Mio.- t zum Vorjahr), aufgrund der Maisvermehrung in den USA das Angebot jedoch um 8,58 Mio. t (1.600,91 Mio. t, -25,35 Mio.- t zum Vorjahr). Zusammen mit einer nahezu unveränderten Erwartung des Verbrauchs (1,320,47 Mio. t, +1,37 Mio. t zum Vorjahr) werden nunmehr um 8,34 Mio. t mehr globale Maisendlager erwartet (280,44 Mio. t, -26,72 Mio. t zum Vorjahr). Der Bestandsabbau von 26,72 verringert sich zur September-Prognose um 2,56 Mio. t.
EU-Maisernte ebenfalls unter 50 Mio. t gesenkt - Union rationiert Futterverbrauch
Insbesondere nimmt das USDA im Monatsabstand die Maisernte der EU um 2,60 Mio. t auf 48,00 Mio. t (-8,90 Mio. t zum Vorjahr) zurück und liegt damit nunmehr halbwegs auf dem Niveau aller anderen Prognosedienste. Unverändert belässt es den Import (-23,50 Mio. t, +3,50 Mio. t zum Vorjahr), senkt aber den Verbrauch vor allem für Verfütterung um 2,40 Mio. t auf 71,00 Mio. t (-4,60 Mio. t zum Vorjahr). Mit um 0,2 Mio. t leicht höheren Anfangsbeständen bleibt die Endlagerprognose gleich bei 5,05 Mio.t. Keinen weiteren Einfluss des Krieges am Schwarzen Meer sieht das USDA auch auf die Exporttätigkeit der auch für die EU wichtigen Herkunft aus der Ukraine - sie soll nach wie vor 22,00 Mio. t (-0,24 Mio. t zum Vorjahr) Mais auf den Weltmarkt bringen können.
Minimale Anhebung der Sojabohnen-Endlager
Bei den Ölsaaten kommt es zu einer leichten Senkung der Produktion insgesamt, aber zu einer Anhebung bei Sojabohnen um 0,35 Mio. t auf 442,70 Mio. t (+13,51 Mio. t zum Vorjahr). Der Verbrauch von Sojabohnen wird etwas geringer (-0,26 Mio. t, 442,18 Mio. t, +9,85 Mio. t zum Vorjahr) geschätzt. Es kommt zu einer minimalen Anhebung der Endlager um 0,26 Mio. t und einem ebenso geringfügigen Lagerabbau um 0,65 Mio. t - um 0,39 Mio. t weniger als im September.